06:51 Mon 06. Sep. 2010
Brücke bleibt menschenleer Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Samstag, den 10. Juli 2010 um 21:32 Uhr

Brücke bleibt menschenleer

Von Steffen Heizereder

Möckmühl - Voller Menschen war die Jagstbrücke bei der Fußball-Weltmeisterschaft nach den Siegen gegen England und Argentinien.

Ausgelassen wurde in den vergangenen Tagen gefeiert. Ganz anders vorgestern Abend: Tristesse statt feiernder Fans. Das war das vorherrschende Bild am Mittwochabend.

 

Niemand wollte feiern. Lediglich ein einzelnes Auto mit Spanien-Fans fuhr hupend durch die Straßen − in einer Stadt, in der ansonsten Totenstille herrschte. Wenige Minuten zuvor saß Möckmühl noch vor dem Fernseher oder bei einer der Public-Viewing-Veranstaltungen.

Die Feuerwehr Möckmühl schaut bei der Weltmeisterschaft gemeinsam gerne Fußball.

Auch Polizeibeamte kommen während des Spiels vorbei.Foto: Steffen Heizereder

Kameradschaftsraum: So auch die Feuerwehr. Regelmäßig zu den Deutschlandspielen trafen sich die Feuerwehrleute in ihrem Kameradschaftsraum zum gemeinsamen Fußballschauen. Der Raum bietet über 50 Leuten Platz und ist mit einer riesigen Leinwand, Ventilatoren, die auch bei hitzigen Spielen für Abkühlung sorgen, und jeder Menge WM-Dekoration ausgestattet. "Wir wollen der Gastronomie aber keine Konkurrenz machen", sagte Kommandant Uwe Thoma. Vielmehr dienten die Fußballabende dem kameradschaftlichen Miteinander. Ein positiver Nebeneffekt sei zudem, dass man so in Bereitschaft sei: "Wenn was passiert, haben wir genügend Feuerwehrleute und Material da", erklärte der Kommandant. Regelmäßig schaute auch die Polizei zu diesen Fußballabenden vorbei, bevor sie nach Spielende für Ordnung sorgen musste.

Auch für das Halbfinale hatte die Polizei Vorbereitungen getroffen. Mehrere Streifenwagen standen auf der Jagstbrücke bereit. Die Möckmühler Fans seien aber sehr diszipliniert, sagte Polizeihauptkommissar Wolfgang Greiß, wenngleich schon mal zerbrochene Glasflaschen auf der Fahrbahn landen. "Mir ist einfach wichtig, dass niemand auf die Straße läuft und angefahren wird", so Greiß. Doch schnell kam die Entwarnung. Außer den wenigen Fans, die gesenkten Hauptes nach Hause gingen, trafen die Polizisten nur eine menschenleere, verwaiste Brücke an.

Ansturm: Manfred Hildebrandt, Pächter einer anliegenden Tankstelle, war zuvor guter Dinge gewesen. Ärger hatte er mit den Fans noch nie. Zu zweit mussten sie bei Deutschlandspielen in der kleinen Tankstelle arbeiten, um dem Ansturm gerecht zu werden. Als echter Fan hat Hildebrandt alle Spiele im Internet verfolgt. Für den städtischen Baubetriebshof gab es nach dem verlorenen Spiel der deutschen Kicker gegen Spanien Entwarnung. Aufräumarbeiten im Bereich der Jagstbrücke oder des Einkaufszentrums Waagerner Tal standen diesmal nicht auf der Tagesordnung.


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